Geschichte von Glanbrücken
allgemein

 

 

Ortsgemeinde:                     Glanbrücken

 

Ortsteile                                 Hachenbach

                                             Niedereisenbach

 

Verbandsgemeinde Lauterecken, Landkreis Kusel

 

Einwohner 1998

Ortsgemeinde Glanbrücken                 546

 

 

Ortsteile Hachenbach                         168

               Niedereisenbach                 378

 

Davon weiblich                                   272

         männlich                                  274

 

Religion

 

Evangelisch                                      75 %

römisch katholisch                            15 %

ohne Konfession                                 7 %

ohne Angabe                                     2  %

Sonstige                                            1 %

 

 

Gemarkung:             Niedereisenbach      242 ha, davon 125 ha Wald

                                    Hachenbach       216 ha, davon 60 ha Wald (50 ha davon Im Hermannsberg)

 

 

Lage

OT Hachenbach

 

Der Ort liegt 175 über NN (Normal Null) auf dem rechten Ufer des Glanes, im Seitental des Horschbaches und in Richtung Horschbach und Hundheim am Bergrücken. Der höchste Punkt der Gemarkung liegt mit 310 m über NN auf der Platte „Hummelwasem“.

 

 

Siedlung

OT Hachenbach

 

Das Ortsbild wir geprägt durch die Lage am Glan. Die Straßen laufen parallel dazu. Von der Ortsmitte der Brücke über den Horschbach zweigen neben der Hirsauerstraße zwei weitere Straßen ab. Früher war der Ort ein Bauerndorf. Heute ist der Ortsteil eine reine Schlafgemeinde mit Pendlern hauptsächlich nach Kaiserslautern. Es gibt noch zwei landwirtschaftliche Betriebe im Vollerwerb.

 

 

Gemarkung

OT Hachenbach

 

Der Ortsteil Hachenbach besitzt in der Gemarkung Horschbach seit 1744 50 ha Wald am Hermannsberg. Außerdem in der Gemarkung Hachenbach 10 ha Wald. Er wird vom Forstamt Lauterecken/Kusel verwaltet. Die Gemarkung mit 216 ha ist teils sehr hügelig und nur unter erschwerten Bedingungen  landwirtschaftlich nutzbar. Dies verdeutlichen auch einige Flurnamen z.B. auf dem Hagendornbusch, im Steinacker, in den Steinen und am Felsenrech. Wenige gute Parzellen liegen auf der Heide, Solch und Kappelfeld.

 

 

Name

OT Hachenbach

 

Gewässername –BACH- und Personenname –HACHO-, altdeutscher Rufname als Förstername für die von 800 – 1050 vielfach durch Zeugnisse nachgewiesen.

 

 

Wappen

OT Hachenbach

 

Ehemaliges Wappen des OT Hachenbach bis 1969.

Die Beschreibung lautet: Hachenbach, Dorf in Blau, ein gesichteter zunehmender silberner Halbmond.

Das schon 1728 gebrauchte Gemeindesiegel hat den Mond im Feld (Durchmesser des Siegels 26mm).

 

 

 

Geschichte

OT Hachenbach

 

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1150. Erzbischof Heinrich von Mainz bestätigt die Gründung einer Zelle in Offenbach durch den Freien Reinfried von Rüdesheim. Die Urkunde liegt im Original im Departementalarchiev in Metz vor. Damals gehörte Hachenbach zur Grafschaft Veldenz mit dem Amtsort Nerzweiler. 1515 kam es mit den übrigen Orten des Essweiler Tales zur Herrschaft der Wild- und Rheingrafen mit dem Amt Grumbach. Im Jahr 1595 ging dann das Essweiler Tal mit Hachenbach an das Herzogtum Zweibrücken (Deux Pont). Wie viele andere Orte der Umgebung wurde Hachenbach im Holländischen Krieg völlig zustört. Auch als 1755 durch eine Vereinbarung zwischen Pfalz-Zweibrücken und den Rheingrafen von Grumbach fünf Orte zurückgegeben wurden verblieb Hachenbach bei Zweibrücken und wurde mit einer Zollstation auf der Glanbrücke versehen. Hachenbach war Grenzort. Diese Brücke 1751/52 erstmals als Steinbrücke erbaut hatte für den Verkehr in unserer Gegend eine besondere Bedeutung. Der gesamte Post- und Straßenverkehr zwischen Meisenheim und Zweibrücken ging über diese Brücke, über die so genannte „Hohe Straße“. Die Brücke wurde 1693 erstmals urkundlich erwähnt, damals wurde sie als Holzbrücke neu erbaut. Die Kosten der 1752 vollendeten Brücke betrugen 1746 Gulden, hiervon trafen 2 1/3 mit 1164 fl auf die zweibrückische Oberamtskasse Lichtenberg und 1/3 mit 582 fl auf die Verwaltung der Herrschaft von Kellenbach. Die Brücke wurde 1784 wegen starken Eisganges beschädigt, so dass sich Herzog Carl von Zweibrücken im Jahre 1789 veranlasst sah, zum Bestand der Brücke auf der Hachenbacher Seite  (rechts), eine zwei Stockwerke hohe und 70 Schuh lange Flügelmauer anzulegen um die Brücke künftighin vor ähnlichen Gefahren zu schützen. 1794 schlug das französische Militär  den ersten auf Hachenbacher Seite befindlichen Brückenbogen ein. Bis 1825 wurde eine Notbrücke aus Holz errichtet und dann erst die beschädigte Brücke wieder instand gesetzt. Die Kosten von 850 Gulden wurden wie beim Neubau aufgeteilt zu 2/3 und 1/3 an die Rechtsnachfolger der jeweiligen Herrschaft. 1798 kam Hachenbach zum französichen Staatsgebiet, Departement Mont Tonnerre (Donnersberg), Arrondissement Kaiserslautern, Kanton Lauterecken und Maire Hundheim. Nach dem Wiener Kongress kam Hachenbach 1818 zum Landkreis Kusel, Königreich Bayern. 1969 wurde Hachenbach mit dem Nachbarort Niedereisenbach, aus dem Landkreis Birkenfeld, im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform zum neuen Ort Glanbrücken zusammengelegt.

 

 

Bewohner

OT Hachenbach

 

Aus der Zeit der ersten Besiedlung des Dorfes und aus der Zeit vor 1500 sind keine Namen über Bewohner von Hachenbach bekannt. Die ersten Namen nennt eine Steuerliste der Wild- und Rheingrafenschaft des Essweiler Tales aus dem Jahre 1542. Darin sind 10 Namen aufgelistet, wahrscheinlich so genannte „Hausgesessen“ (Haushaltungen). 1586 waren es 14 „Rauchhaber“ in einem Gebäudeverzeichnis. Für 1609 kann angenommen werden, dass etwa 80 – 90 Einwohner in Hachenbach lebten. 1743 gibt es erstmals ein vollständiges Einwohnerverzeichnis mit 87 Seelen und 20 Feuerherden. 1827 167 Einwohner, 1875 240 Einwohner, 1910 236 Einwohner, 1939 220 Einwohner, 1945 44 Neubürger und 1962 lebten 209 Einwohner in Hachenbach. 1998 lebten 168 Menschen, wovon 30% älter als 60 Jahre waren im Ortsteil Hachenbach.

 

 

OT Hachenbach

Religiöse Verhältnisse

 

Seit der ersten urkundlichen Erwähnung gehörte Hachenbach kirchlich mit den übrigen Orten der Umgebung zur Pfarrei Hirsau. Hirsau war Stuhlkirche  eines Erzpriesters der Diözese Mainz und Mutterkirche des politischen Gebietes des Amtes Essweiler Tal. Dieses hatte noch 1609 mit Ausnahme von Essweiler seinen Begräbnisplatz in Hirsau. Hachenbach besitzt erst seit 1843 einen eigenen Friedhof im „Eichel“.

1623 kam Hachenbach zur Pfarrei Hinzweiler als Filiale von Hirsau, 1820 kam es zur Pfarrei St. Julian und gehört bis zum heutigen Tag dazu. Im Jahre 1998 gehörten die Bewohner folgenden Glaubensgemeinschaften an

 

evangelische 126

römisch-katholische 27

ohne Angabe 5

keiner Gemeinschaft 10.

 

 

Schule

OT Hachenbach

 

Der erste Lehrer in Hachenbach, der nach den Akten nachweisbar ist, war der reformierte Schuldiener Klein, welcher vermutlich in einem gemieteten Behelfsschulsaal Unterricht hielt, Gleicher hielt auch in Niedereisenbach im Winter Unterricht. 1829 entschloss sich die Gemeinde zum Neubau eines Schulhauses. Es bestand aus einem Lehrsaal und einer kleinen Dienstwohnung bestehend aus einem Zimmer, einer Kammer und Küche. Bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Schule zu klein. 1863 wurde mit dem Anbau eines neuen Lehrsaales und der Erweiterung der Lehrerdienstwohnung begonnen. Bis 1966 wurde die weiterhin umgestaltete3 Schule genutzt. Damals wurde die alte Dorfschule aufgelöst. Mit dem Beschluss vom Februar 1962 trat Hachenbach dem Schulverband St. Julian bei. Die Schüler gingen zur Neugebauten Mittelpunktschule. Heute besteht in St. Julian noch eine Grundschule. Die größeren Schüler besuchen die Regionalschule in Lauterecken oder weiterführende Schulen in Lauterecken und Kusel.

 

 

 

NIEDEREISENBACH

 

OT Niedereisenbach

Lage

 

Der Ort liegt 172 m über NN auf der linken Flußterasse des Glanes und im Seitental am Eisenbach. Der Höchste Punkt der Gemarkung liegt „auf Hardt“ mit 339 m über NN. Vom Bauerndorf bis in die 60er Jahre vollzog sich der Wandel zur Schlafgemeinde mit Pendlern nach Kaiserslautern, Bad Kreuznach, Ludwigshafen und Kirchheimbolanden. Seit 1990 gibt es keine landwirtschaftlichen Betriebe mehr. Früher prägte ein Steinbruchbetrieb den Ort. Heute sind einige Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen übrig geblieben.

 

OT Niedereisenbach

Siedlung

Geprägt wird das Ortsbild durch die Bundesstraße 420, die Landesstraße 373 und die Kreisstraße 29. Der ältere Kern des Ortsteiles Niedereisenbach liegt nördlich der Kirche beidseits des Eisenbachs. Ein Herrenhaus der Freiherren von Kellenbach ist ab 1629 nachweisbar. Später entstanden besonders nach dem Bahnbau 1904 repräsentative  Gebäude entlang der Bundesstraße.

 

 

OT Niedereisenbach

Gemarkung

Die Gemarkung Niedereisenbach hat wenig fruchtbare Äcker und Wiesen. Außer den Talauen besteht die Landschaft aus Steillagen und steinigen Hochlagen wie einige Flurnahmen verdeutlichen. „auf’m Klöppchen,“ „Hungergraben,“ „Rosskopf,“ „Weißelstein,“ und „Rauweide.“ Niedereisenbach besitzt 125 ha Wald der zum Teil aus Stockausschlägen ehemaliger Loheichenbestände hervorging. Er wird vom Forstamt Lauterecken verwaltet.

OT Niedereisenbach

Name

Gewässername -BACH- und Bestimmungswort –ISEN- mittelhochdeutsch Eisen als Erz und als verarbeitetes Metall. Der Zusatz –NIEDER- unterscheidet die Siedlung vom bachaufwärts gelegenen Obereisenbach, Gemeindeteil von St. Julian.

 

OT Niedereisenbach

Wappen

Ehemaliges Wappen der Gemeinde Niedereisenbach bis 1969

Die Beschreibung lautet: Von Gold und Schwarz geteilt, oben eine rote Kirche unten ein wachsender rotbewehrter bezungter und bekronter goldener Löwe.

 

 

OT Niedereisenbach

Geschichte

Erste nachweisbare Erwähnung vom 23. Juni 1336 –INFERIORI YSENBACH- Erzpriester von Kusel bezeugte den Neubach der Kapelle zu Ehren des Heiligen Valentin zu Eisenbach. 1358 verpfändete Clas von Kellenbach sein Lehensdorf Eisenbach und die Mühle an den Grafen Heinrich von Veldenz für die Summe von 180 Pfund Heller.

Niedereisenbach gehörte vom 13. Jahrhundert bis zum Einmarsch der französischen Truppen den Freiherren von Kellenbach, die bereits 1289 ihre Kirche von Hirsau dem Kloster St. Marien von Offenbach schenkten. Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges wohnte Philipp Heinrich von Kellenbach mit seiner Familie in Niedereisenbach. Das Hofhaus stand etwa da wo jetzt der Garten der Familie Erhard Klink, Oberhalb des Hofpfades, liegt. Die Rückwand mit Teilen eines Kamins sind noch sichtbar. Angeblich soll der gepflasterte Hof sich noch unterhalb des Gartens befinden. Philipp Heinrichs Sohn, Johan Ludwig von Kellenbach, geboren 1680, war Oberhofmeister am Hofe des Grafen Ludwig von Nassau-Saarbrücken-Ottweiler. In der Kirche von Niedereisenbach soll sich die Grablege der freiherrlichen Familie befinden, was vielleicht einmal bewiesen werden kann. Nach dem Tod von Johan Ludwig von Kellenbach am 21. September 1750 kam es mit den Erben des Hauses und dem Herzogtum Zweibrücken zu einem jahrelangen Prozess an dessen Ende das Hofgut versteigert wurde. Ausnahme bildete die Mühle. Sie blieb bis 1875 im Eigentum der Kellenbachischen Erben. 1798 wurde Niedereisenbach zum französischen Staatsgebiet erklärt und kam zum Departement Sarré, Arrondissement Birkenfeld, Kanton Grumbach, Mairé Offenbach. Nach dem Wiener Kongress kam der Ort 1815 zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha, Kreis St. Wendel, Regierungsbezirk Trier, Amt Grumbach. 1834 wurde das „Herzogtum Lichtenberg“ wie es genannt wurde an Preußen verkauft. 1919 kam es nach dem Versailler Vertrag zur Teilung des Kreises St. Wendel und der Ort gehörte zu Restkreis Baumholder bis 1937. Damals kam der Ort zum Kreis Birkenfeld, Regierungsbezirk Koblenz. 1946 zu neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. 1969 zusammen mit dem Nachbarort Hachenbach zu neu gebildeten Ort Glanbrücken im  Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform zusammengeschlossen. Kreis Kusel und Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz mit dem Sitz in Neustadt/Weinstrasse.

 

 

 

 

 

OT Niedereisenbach

Bewohner

 

Jeder der sich in Niedereisenbach ansiedeln wollte, wurde Leibeigener der Freiherren von Kellenbach. Wie in Hachenbach sind auch in Niedereisenbach keine Einwohnernamen aus der ersten Zeit bekannt. Das älteste Dokument aus dem Jahr 1508 befasst sich mit der Mahlmühle am Glan. Darin wird der Mühlenbesitzer Clas von Kellenbach und ein Müller, vermutlich Müllerbursche, Peter aus Welchweiler, genannt. Vor dem 30-jährigen Krieg sollen etwa 90 Einwohner in Niedereisenbach gelebt haben. 1815 waren es bereits 208. 1860 waren es 275, 1900 lebten hier 298 und ein Höchststand war 1925 mit 431 Bewohnern erreicht. 1998 lebten 378 Menschen im Ort davon sind 20 % älter als 60 Jahre.

 

 

OT Niedereisenbach

Religiöse Verhältnisse

 

Vom Mittelalter an gehörte Niedereisenbach kirchlich zu St. Julian und kam 1815 pfarramtlich zur Pfarrei Offenbach. Niedereisenbach ist eine selbständige Kirchengemeinde mit eigenem Presbyterium. Die Gemeindemitgliederzahl betrug 1998 283 evangelische und 57 römisch-katholische Einwohner. Alle 14 Tage finden ev. Gottesdienste, Kindergottesdienste und Jugendscharstunden statt. Seit 1954 gibt es eine Frauenhilfe. Der gemischte Chor des Ortes wirkt bei fast allen Gottesdiensten an großen Festen mit. Die katholischen Einwohner gehören zur Kirchengemeinde Sein und besuchen die Messe der kath. Kirche in Offenbach. Zeitweise bestand ein Simultanrecht zur Mitbenutzung der ev. Kirche, das aber von der Familie von Kellenbach des Öfteren verboten wurde. Auf dem Friedhof „auf der Steige “ werden seit 1889 die Toten beider Konfessionen beigesetzt. Vorher war der Begräbnisplatz der Kirchhof. Auch heute noch sind die beiden Ortsteile kirchlich getrennt. Niedereisenbach gehört evangelisch zur Rheinischen Landeskirche in Düsseldorf, katholisch zur Diözese Trier und Hachenbach zur Pfälzischen Landeskirche in Speyer und Diözese Speyer. Die Kirche in Niedereisenbach wurde 1336 zum ersten Mal erwähnt. Der heutige Kirchenbau geht auf dieses Jahr zurück. Aufgrund der für einen romanischen Chorturm untypischen Form des Ostturms ist es wahrscheinlich, dass ähnlich wie in Hinzweiler das Glockengeschoß erst später auf den Chorraum aufgesetzt wurde. Wohl erst nach 1500 hat das Kirchenschiff ein Altarziborium und das zugehörige geschneuste Fenster erhalten, nach dem dreißigjährigen Krieg folgten 1754 und 1892 Erneuerungen. 1964 wurde an den Chorturm ein runder Treppenturm angefügt, der das zur Turmstube umgebaute Glockengeschoß erschließt. Die Kirche besteht aus einem zweiachsigen Saalraum an den im Nordosten ein eingezogener, Rippengewölbter Rechteckchor anschließt. Das nachträglich verkleinerte Kirchenschiff, dessen Westgiebel 1754 erneuert wurde, ist über die Giebelseite erschlossen. Seine ursprünglich flache Decke wurde 1976 – 78 durch die heutige gestufte Holzdecke ersetzt, deren zwei gewirtelte Pfeiler zwei schmale Seitenräume ausscheiden. Reste von Baldachinrippen des Stabwerks am zugehörigen Maßwerkfenster zeigen, dass beim Einbau des Altarziboriums in der Südostecke des Kirchenschiffs auch dieses Fenster erneuert wurde. Das früher an der Kirche sichtbare Datum 1521 könnte mit diesem Umbau in Verbindung stehen. 1892 kamen die beiden anderen Maßwerkfenster hinzu. Zwischen Kirchenschiff und Chorraum vermittelt ein hoher Spitzbogen, der über rechteckigen Pfeilern ansetzt.

Der auf allen drei Seiten durchfensterte Chorraum hat sich mit Gewölbe und Maßwerkfenstern in der Form der Erbauungszeit erhalten. Von der alten Ausstaltung existieren in der Südwand noch das Lavabo und die Sakramentsnische.

1998 gehörten die Einwohner von Niedereisenbach folgen den Konfessionen an

 

evangelisch 283

römisch-katholische 57

sonstige 1

ohne Angabe 7

keiner Gemeinschaft 30.

 

 

Schule

OT Niedereisenbach

 

Vor 1822gab es in Niedereisenbach nur eine Winterschule. Der katholische Küster von Offenbach war als Schuldiener tätig. Es gab keinen Schulzwang und Analphabeten waren zahlreich. Erst 1822  stellte die Coburgische Regierung den Lehrer Schaun aus Sien ein. Er hatte das ganze Jahr Schule zu halten und war hier auch Küster. Die Winterschule wurde im Schneebergschen Hause und die Sommerschule im Gemeindehaus, welches and der Stelle stand, wo Adam Dech 1874 ein neues Wohnhaus erbauen ließ. 1833 bezog Schaun mit ihm die Schule, das damals neu erbaute Schulhaus, jetzt Wohnhaus Egon Gehm.

1834 betrug die mittlere Schülerzahl 60 – 65, wo die Katholiken nach Offenbach gingen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts ging die Schülerzahl auf 45 – 50 zurück nach dem mehrere Familien nach Brasilien auswanderten. Nachfolger von Schaun wurde 1865  Wilhelm Kullmann, ihm folgte 1868 Lehrer Bauer aus Veldenz an der Mosel, der noch im selben Jahr verstarb. Von 1869 bis 1910 war Jakob Hauch aus Berglangenbach als Lehrer tätig. Zu seinem 50. Dienstjubiläum bekam er den preußischen Hausorden und von der Gemeinde einen Rotgepolsterten Sessel geschenkt. Dieser Sessel wurde während der französischen Besatzung in den zwanziger Jahren aus dem Fenster im 2. Stock des Anwesens Werner geworfen.

Ihm folgten die Lehrer Otto Fickeis, Friedrich Klein, Grete Dessauer, Philipp Mayer, Albert Hittel, Jakob Klein, Käthe Winter, Philipp Mayer (aus der Strafversetzung zurück), Karl Michaelis, Dieter Krämer, Ottmar Koch und Wilfried Sihler.

Die 1882 erbaute Schule wurde bis zum 23. August 1967 genutzt. Die einklassige Schule wurde aufgelöst und die Schüler der neuen Mittelpunktschule Offenbach zugeführt. Heute gehen die Grundschüler nach St. Julian und später in die Regionalschule Lauterrecken oder weiterführend Schulen in Kusel oder Lauterecken.

 

 

 

 

Glanbrücken
Ortsteile Hachenbach und Niedereisenbach zusammen:

 

Gemeinsames Wappen

Beschreibung:          Das Wappen wird von Blau und Schwarz durch einen silbernen von links verlaufenden Wellenbalken geteilt. Oben ist ein goldener zunehmender Mond unter einer schwebenden goldenen Brücke zu sehen, unten ein rotbezungter goldener Löwe.

 

 

Volksfeste, kulturelle Einrichtungen und Vereinswesen

Die Einwohner feiern seit 1992 eine gemeinsame „Kerwe“ am ersten Wochenende im August. Dies hat spürbar zum Zusammenwachsen beider Ortsteile beigetragen. Außerdem werden Feste der zahlreichen Vereine gefeiert. Dies sind der

Sportverein Glanbrücken e.V. 1967,

Landfrauenverein

Reservistenkameradschaft

Gemischter Chor

Angelsportverein

Feuerwehrförderverein

SPD Ortsverein

Heimatverein

Freie Wählergruppe

 

Es gibt in Glanbrücken ein Dorfgemeinschaftshaus, ein ehemaliges Schulhaus mit Vereinsheim, ein Festplatz, ein Feuerwehrhaus und eine Grillhütte.

 

 

Gesundheits- und Sozialwesen

Für die medizinische Versorgung sind die Ärzte in St. Julian und Offenbach-Hundheim und die Apotheke in Offenbach-Hundheim zuständig. Krankenhäuser in Meisenheim und Kusel werden in Anspruch genommen und die Ökumenische Sozialstation übernimmt den ambulanten Sozialdienst.

 

 

Wirtschaft

Von den ehemaligen vier Mühlen in Glanbrücken ist heute keine mehr in Betrieb. Bis in die 50er Jahre herrschte die bäuerliche Struktur vor und die Landwirtschaft bildete neben den Steinbrüchen und einzelnen Handwerksbetrieben die einzige Erwerbsquelle. Viele Arbeiter verdienten sich ihren Unterhalt in saarländischen Bergwerken. Nach dem Bahnbau 1904 kam es zu einer wirtschaftlichen Blüte. Ein Steinbruchbetrieb aus Köln, die Steinbruch AG siedelte sich unterhalb des Bahnhofs an und baute ein repräsentatives Verwaltungsgebäude. Im Deimberger Bruch wurden die begehrten Sandssteine gehauen und am Werkplatz bearbeitet. Die Leistungsfähigkeit betrug zeitweise 3200 cbm jährlich. 60 Steinbrecher und 20 Hilfsarbeiter arbeiteten im 3 km entfernten Bruch und 120 Steinmetze sowie 15 Lehrlinge arbeiteten auf dem Werkplatz in Niedereisenbach. Heute gibt es noch einige Dienstleistungsbetriebe, ein KFZ und Elektrofachbetrieb, einen Dachdeckerbetrieb,  Baustoffhandlung mit Landhandel. Der Ort ist eine Schlafgemeinde geworden mit Pendlern bis nach Ludwigshafen.

 

 

Verkehr

Die Gemeinde ist durch die Bundesstraße 420, die Landstraße 373 und die Kreisstraße 29 verbunden. Die 1904 als „strategische Eisenbahn“ erbaute zweigleisige Strecke zwischen Bad Münster und Scheidt wurde am 31. Mai 1985 stillgelegt.

 

 

Bedeutende Persönlichkeiten

Für Hachenbach der Autor der Ortschronik der Oberinspektor Ludwig Mahler (*1896,+19XX) und für Niedereisenbach der Oberhofmeister Johan Ludwig von Kellenbach zu Diensten am Nassau-Saarbrückischen Grafenhof in Ottweiler. 1680 in Eisenbach geboren und 1750 in Ottweiler gestorben. Herr Schmidt Walter, Kreisfeuerwehrinspektor, Bürgermeister, Erbauer der Grillhütte auf dem Kriegersberg, Herr Ludwig Frank, Reg. – Oberinspektor

 

 

Zeittafel

Hachenbach

 

1150   Urkundliche Ersterwähnung

1515   Herrschaft Wild- und Rheingrafen Grumbach

1596   Herzogtum Zweibrücken

1623   Pfarrei Hinzweiler, Filiale Hirsau

1671   Peter Bollenbacher einziger Wirt im ganzen Amt

1671   Im Holländischen Krieg völlig zerstört

1693   Ersterwähnung einer Glanbrücke aus Holz

1751   Baubeginn der steinernen Brücke

1784   Eisgang beschädigt Brückenauffahrt

1789   Brückensicherung durch Flügelmauer

1794   Brückenbogen auf Hachenbacher Seite zerstört

1798   Hachenbach Teil Frankreichs, Departement Mont Tonnerré

1818   Hachenbach Landkreis Kusel, Kanton Lauterrecken, Bürgermeisterei Hundheim

1820   Pfarrei St. Julian

1829   Neubau eines Schulhauses

1843   Friedhofsanlage „im Eichel“

1962   Auflösung der Dorfschule

1966   Herausgabe der Ortschronik

1969   Zusammenschluss von Glanbrücken

2000   850 Jahrfeier der ersten Erwähnung

 

Zeittafel

Niedereisenbach

 

1263   Herrschaft Kyrburg

1336   Ersterwähnung der Valentinskapelle

1358   Lehensurkunde von Dorf und Mühle

1411   Lehensempfang des Clas von Kellenbach

1596   Herzogtum Zweibrücken rechts des Bachs,

Freiherren von Kellenbach links des Bachs

1605   Lehensbestätigung Wolfgang von Kellenbach

1629   Todesjahr , auf dem steinernen Wappen, des Wolfgang von Kellenbach

1650   Philipp von Kellenbach, Wohnsitz in Eisenbach

1680   Geburt von Johan Ludwig von Kellenbach

1715   Familie von Kellenbach zieht nach Ottweiler

1750   Tod von Johan Ludwig von Kellenbach

1755   Prozeßbeginn mit dem Herzogtum Zweibrücken

1775   Bau der Straße nach St. Julian

1798   Niedereisenbach Teil von Frankreich, Departement Sarré, Kanton Grumbach,

Bürgermeisterei Offenbach

1799   Carl von Kellenbach stirbt als letzter männlicher Nachkommen ???in Meisenheim

1815   Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha

1834   Rheinpreußen, Kreis St. Wendel

1882   Friedhofsanmlage „An der Steige“

1889   Neubau Schulhaus

1919   Restkreis Baumholder

1937   Kreis Birkenfeld

1946   Rheinland-Pfalz

1967   Auflösung der Dorfschule

1969   Zusammenschluss zu Glanbrücken

1985   Stillegung der Bahnstrecke

 

Literatur

Kunstdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Kusel Bd. 16, Landesamt für Denkmalpflege 1999

„Hachenbach und die nähere Umgebung im Wandel der Zeiten“ Ludwig Mahler 1966

„Die Kellenbach-Hunsrück“ Johan von Kellenbach

Ortsschulchronik Niedereisenbach (1872-1967)

 

 

Verfasser

Hans-Georg Leppla